Fasching & Halloween & Karneval & Fasnacht:

© Gerd Altmann / pixelio.deAls Karneval, Fastnacht, Fasching oder »fünfte Jahreszeit« wird die Zeit vor dem Aschermittwoch bezeichnet und in dieser werden verschiedene Bräuche in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und Lebensfreude gefeiert.
Der Ursprung des Karnevals geht nicht auf heidnische Kultur zurück, sondern vielmehr das Verlangen nach leiblichen Genüssen vor dem Fasten war der Grund.
Die ersten Faschingsbräuche waren Tanz, Trinkgelage und Schmausereien.
 
Chronik:
  • 14. Jhdt.: Renn- und Stechspiele zu Pferd
  • 15. Jhdt.: Patrizier veranstalten Maskenumläufe (Teufels-, Hexen- und Tiermasken)
  • 16. Jhdt.: Schwert- und Reiftanz.
  • 18. Jhdt.: Der Fasching wurde jetzt auch auf dem Lande gefeiert, z.B.: Rügespiele.


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Fasching & Halloween & Karneval & Fasnacht (Fastnacht)

Die Fastnacht oder Fasenacht war ursprünglich ein Frühlingsfest zur Feier um den Winter auszutreiben. Fasnacht = Fasching (bayerische-österreichische Bezeichnung). Fastnacht kommt von dem Wort "fasen" = "Possen treiben, faseln" und hat nichts mit dem Wort "fasten" zu tun. Heute nennt man so den Abend und die Nacht vor Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit vor Ostern. Man begeht die Fastnacht mit Maskeraden, Aufzügen, Trinkgelage und Schmausereien.
So wurde bis zum 13. Jhdt. der Abend vor dem Aschermittwoch, vor Beginn der Fastenzeit, genannt. Danach ging der Fasching vom Donnerstag bis zum Vorabend des Aschermittwochs. Der Zeitraum betrug sechs Tage. Weitere (regionale) Bezeichnungen: Fasenacht bzw. Fassenacht, Fasnet, Faslam, Fasteleer, Fosnet und Fastenlovend bzw. Fastenlovvend. Im niederdeutschen Raum nennt man es Fastelabend, Faslam und Faslaomt.
 
Fasching
Fasching leitet sich von "Vaschanc" ab. "Vaschanc" bezeichnet den Ausschank eines Fastentrunks. Vom "Fasching" spricht man in Österreich und teilweise in Deutschland und zwar in: Bayern, Brandenburg, Franken, Hamburg, Hessen (teilweise), Niedersachsen, Sachsen, Schwaben und Thüringen.
 
Karneval
Der Ausdruck "Karneval" wurde im Mittelalter von "carnelevale/carnelevare" abgeleitet und bedeutet "bezüglich Fastenzeit bevorstehende Fleischwegnahme". Vom "Karneval" spricht man primär im Ruhrgebiet (Kölner oder Düsseldorfer Karneval = Rheinischer Karneval).
 
Fasnacht bzw. Fastnacht
Fastnacht heißt es teilweise in Österreich (Alpenraum), in Deutschland in Baden (Fasnet), Franken, Hessen, Mainz (Fassetnacht), Mittelrhein, Rheinhessen, Sachsen, Schwaben (Fasnet), in Liechtenstein und der Schweiz (Fasnacht) und in Luxemburg (Fuesenet).
 
Halloween
© B. Shaw / pixelio.deWird am Vorabend von Allerheiligen in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November gefeiert, das ursprünglich vor allem in Irland gefeiert und von ausgewanderten Iren nach Nordamerika gebracht wurde. In zeitlicher Nähe zum 31. Oktober wurde auch das keltische Fest Samhain gefeiert, so dass vielfach vermutet wird, Halloween könnte auf keltisches Brauchtum zurückgeführt werden. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Angeblich war es nach keltischem Glauben den Geistern der Toten möglich, an Samhain Kontakt mit den Lebenden aufzunehmen.
 
© Markus Dransfeld / pixelio.de Es entwickelte sich zu einem wichtigen Volksfest in den Vereinigten Staaten und Kanada. Aus Nordamerika kam das Halloweenfest nach ganz Europa, wo es in vielfach veränderter Form gefeiert wird. So hat die neu-europäische Variante des Fests eher fröhlichen und weniger schaurigen Charakter als in Nordamerika. Während in den Vereinigten Staaten auch Schulklassenzimmer mit Hexenmotiven oder Rathausvorplätze mit Jack O’Lanterns (ausgehöhlten und mit Fratzen versehenen Kürbissen) geschmückt werden, herrscht der Halloween-Schmuck in Europa eher in Geschäften oder privaten Räumen vor. Auch die Aufforderung „Süßes oder Saures“ (englisch: trick or treat), also Süßigkeiten zu bekommen oder andernfalls einen Streich zu spielen, ist in Europa noch nicht so weit verbreitet wie in Nordamerika. Dieser Teil gestaltet sich so, dass verkleidete Kinder in ihrer Nachbarschaft von Tür zu Tür wandern und von den Leuten, die sie zu Hause antreffen, Süßigkeiten "fordern" – ansonsten drohen Streiche, wie sie in Europa beispielsweise aus der Freinacht (Walpurgisnacht) bekannt sind.
 
Halloween im amerikanischen Sinne wird im deutschsprachigen Raum erst seit etwa den 1990ern gefeiert, gilt inzwischen aber als recht verbreitet. Allerdings wurden auch im deutschsprachigen Raum ursprünglich in zeitlicher Übereinstimmung mit Halloween regional verbreitete Feste gefeiert, die der Thematik des Halloweenfestes nahe stehen: Das Spielen von Streichen, das Aushöhlen von Rüben, die Rückkehr der Toten, usw. Daher ist anzunehmen, dass die Vorläufer des amerikanischen Halloweenfestes in Europa verbreitet waren, zumindest teilweise in Vergessenheit gerieten und mit der amerikanisierten Version des Halloweens wieder zurückgekehrt sind. Quelle: Wikipedia
 

Faschingbrauchtum in Österreich
Urbrauchtum:
  • Bärenjagen (Steirisches Murtal)
  • Blochziehen (S-Österreich)
  • Faschingsrennen (Steirisches Murtal)
  • Fetzenzug (Ebensee)
  • Masken: »Flinserl« »Pless« und
    »Trommelweiber« (Bad Aussee)
  • Tanzfest Rudenkirtag (Sierning / Steyr)
  • Vereinigten Fasching (Tamsweg)
Umzüge:
  • Huttlerlaufen, Mullerlaufen (Thaur)
  • Schleicherlaufen (Telfs in Tirol)
  • Schellerlaufen (Nassereith)
  • Maskenlauf (Tarrenz in Tirol)
  • Nachtlauf (Höchst in Tirol)
  • Schemenlaufen (Imst in Tirol)
  • Wampelerreiten (Axams)
Die Umzüge der Tiroler Fasnacht finden in mehrjährigen Abständen statt und sind nach alten Maskengruppen benannt.

Der Wiener Fasching ist durch seine zahlreichen Ballveranstaltungen - z.B. der Opernball - berühmt. Auch gibt es in Wien seit einigen Jahren einen Faschingsumzug. Der Villacher Fasching ist durch seine Faschingssitzung (im ORF gesendet) bekannt.
 
Martinstag, Martinitag:
Der Martinstag am 11. November (in Altbayern und Österreich auch Martini) ist der Festtag des Heiligen Martin von Tours. Er ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgans-Essen (österr. Martinigansl-Essen), der Martinszug und das Martinssingen.
 
 
Der Legende nach wollte das Volk von Tours, dass Martin, entgegen seinem eigenen Willen, zum Bischof geweiht wird. Doch er hielt sich unwürdig für solch eine große Verantwortung und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse jedoch schnatterten so laut und aufgeregt, dass Martin gefunden wurde und geweiht werden konnte.
Weitere Bräuche zum Martinitag sind die Martini-Umzüge die in vielen Gebieten Österreichs, Südtirols, der Schweiz und Deutschland stattfinden. Kinder ziehen mit Laternen durch die Straßen, begleiten von einem römischen Soldaten der auf einem Schimmel reitet. Im Anschluss an den Martinsumzug wird vielerorts auch das Martinssingen ("Martinilieder") praktiziert. Das Martinsfeuer gibt es oft am Ende des Umzuges. Martinsritt wird dieser Brauch im Westen Österreich's genannt. Martini-Umzüge finden auch in der deutschen Gemeinde in Stockholm (Schweden) und in den Niederlanden statt.
In Ostösterreich wird der neue Wein (Heuriger) durch den Pfarrer gesegnet, der dann nach diesem "Martiniloben" von den Heurigenwirten zur ersten Verkostung ausgeschenkt wird.

 

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Faschingstage

Am 11.11. um 11 Uhr 11 erwachen die Faschingsnarren, der offizielle Faschingsbeginn ist der 7. Jänner!
 
Faschings-/Karnevalsdonnerstag
Der letzte Donnerstag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Gumperter Donnerstag (in Schwaben, gumpert = hüpfen, springen), Schmutzigen Donnerstag (Schmutz = Schmotz), Schmotzigen Dunschtig (Schmotz = Schmalz = Schmalzgebäck = Kreppl, Krapfen), Unsinniger Donnerstag (in Oberbayern), Auseliger Donnerstag, Schwerdonnerstag - im Rheinland, Glombiga Donnerstag, Karnevals-, Fasching-, Fasnachtsdonnerstag oder Rußiger Donnerstag.
An diesem Tag beginnt die Weiberfasnacht. Ein Brauchtum ist das Abschneiden der Krawatten bei den Männern. Früh morgens beginnt in vielen närrischen Hochburgen mit dem Wecken durch die »Katzenmusik« die Narrenzeit! Kein Narr soll diese Zeit verschlafen. Die Guggenmusik (Katzenmusik) kommt ursprünglich aus dem alemannischen Raum (Schweiz und Süddeutschland) und wird auch "Guggemoseg", "Guuggemusig" (in der Zentralschweiz) oder "Chatzemusig" genannt. Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art "falsch" gespielte Blasmusik. Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heißt man erkennt die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg.
 
Faschings-/Karnevalsfreitag
Der letzte Freitag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Rußiger Freitag, Faschings-, Karnevalsfreitag- bzw. Fastnachtfreitag. Die Bezeichnung »Rußiger Freitag« ist nur an jenen Orten bekannt, wo man früher anderen das Gesicht mit Ruß zu schwärzen versuchte. Dieser Tag ist der Gedenktag an das Leiden Christi.
 
Faschings-/Karnevalssamstag
Der letzte Samstag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Schmalziger Samstag (Schwaben), Nelkensamstag (tw. im Rheinland), Faschings-, Karnevals- bzw. Fastnachtsamstag. Am »Schmalzigen Samstag« wird ein Vorrat an Faschingskrapfen und Schmalznudeln gebacken, der bis zum Faschingsdienstag reichen muss.
 
Faschings-/Karnevalssonntag
Der letzte Sonntag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Feister Sonntag, Funkensonntag (auch "Sonntag Invocavit"), Küchle Sonntag, Tulpensonntag (tw. im Rheinland), Faschings-, Karnevals- und Fastnachtsonntag. Früher: Herrenfastnacht, Pfaffenfastnacht, Priesterfastnacht.
An diesen Tag treffen sich die Narren zum letzten mal. Es werden Bräuche wie das Funkenring-Würfel gefeiert. Der »Funkenring« ist ein aus Mürbeteig hergestelltes Gebäck. Abends leuchten dann die "Funkenfeuer", eine aus Stroh hergestellte Hexe, durch die dunkle Nacht. Funkenfeuer findet man in: Österreich (Tirol und Vorarlberg), in Deutschland (Oberschwaben), Schweiz, Ost-Frankreich, Luxemburg und Belgien.
 
Rosenmontag
Der letzte Montag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Feister Montag, Rosenmontag, Faschings-, Karnevals- und Fastnachtmontag. Früher in Bayern: Blauer Montag, geiler Montag.
Der Rosenmontag hat den Namen vermutlich von dem Verb "rasen" oder vom vierten Fastensonntag, der auch Rosensonntag, genannt wird. Am Rosenmontag und am Faschingsdienstag finden die meisten Umzüge statt.
 
Faschings-/Karnevalsdienstag
Der letzte Dienstag im Fasching/Karneval wird auch bezeichnet als: Kehraustag, Veilchendienstag, Faschings-, Karnevals-, Fastnachtsdienstag. Früher: Narrenfastnacht, Laienfastnacht, rechte Fastnacht.
Es wird im Hinblick auf die Fastenzeit noch ausgiebig gefeiert. Man trifft sich zu einem parodierten "Leichenschmaus". Am Abend wird die Fasnetspuppen (Strohhexen) als Symbol des Bösen unter Heulen und Jammern verbrannt (Fasnetsverbrennung). Die Fasnet ist zu Ende, die Leute gehen zum Kehraus in die Gaststätten. Ab 24.00 Uhr darf keiner mehr verkleidet sein!
München: Am Vormittag treffen sich die kostümierten Marktfrauen auf den Vitualienmarkt um miteinander zu tanzen.
Oberstaufen/Allgäu: Beim Umzug geht der "Butz" voraus, der die Straße freikehrt. Um 19.00 Uhr fällt der Butz tot zusammen und der Umzug ist beendet.
Wien: Die Verkäuferin verkleiden sich.
 
Aschermittwoch
Die Faschings-/Karnevalszeit endet und die Fastenzeit beginnt. Im Mittelalter begann mit der 40-tägigen Fastenzeit eine strenge Enthaltsamkeit vom Fleische, d.h. auf den Verzicht vom Konsum entsprechender Speisen und vor allem auch den Verzicht von jeglicher körperlicher (fleischlicher) Liebe. Eingelegte Heringe (Heringsschmäuse) läuten diese traditionelle Fastenzeit ein.
 
Wiener Heringsschmaus (für vier Personen)
80g Essiggurkerln (süßsauer)
100g Rote Rüben
200g Matjesfilets
200g Heringsfilets
200g Sauerrahm
150g Mayonaise
1 Apfel
5 Stk. kleine, gekochte Erdäpfeln
4 EL Ketchup
Salz, Pfeffer
Den Apfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Rote Rüben würfelig schneiden und bissfest kochen. Erdäpfel weich kochen, abseihen, schälen und in Würfel schneiden. Gurkerln ebenso würfelig schneiden, die Fischfilets in Stücke teilen. Alles mit Sauerrahm, Ketchup und Mayonaise vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
 
Übersetzung: Rote Rüben = Rote Beete; Erdäpfeln = Kartoffeln
 
Das symbolische Geldbeutelwaschen ist ein Brauch am Aschermittwoch, um die, durch die Faschings-/Karnevalszeit geleerte Geldbörse, zu füllen.

 

Fasching / Gschnas in Österreich

Wien:
Faschingszeit bedeutet Ballzeit und Gschnasfeste in Wien. Der bekannteste Ball ist der Opernball, aber auch der Jägerball und der Konditorball.
Mittelburgenland:
In vielen Gemeinden Burgenlands wird ebenso tradionelles Brauchtum gepflegt. Umzüge werden veranstaltet, Kabaretts abgehalten und Faschingsköniginnen gewählt. Narren ziehen herum und der Fasching wird verbrannt oder begraben.
» Neckenmarkt:
Am Faschingssonntag ist der »Brucktanz« Tradition und am Faschingsdienstag das »Kipferl- und Orangenauswerfen« .
» Ritzing:
Sehenwert ist der Sprungtanz der Burschen.
» Unterrabnitz:
Veranstalter sind die Mädchen und Burschen des jeweiligen "Stellungsjahrganges". Am Faschingsmontag ziehen der Bär, der Bärentreiber und ein Kasperl mit Musikbegleitung von Haus zu Haus. Der Winter wird durch den Bär symbolisert. Am Faschingsdienstag endet um 24.00 Uhr die Tanzveranstaltung mit dem Verbrennen einer riesigen Strohpuppe mitten im Ort.
» Oberpullendorf:
Bekannt sind die lustigen »Kapplsitzungen«. Ein großer Faschingsumzug durch die Stadt gibt es am Dienstag zu sehen.
» Markt Sankt Martin:
Am 11.11. findet das »Martini-Gansl-Essen« statt. Mehr Info siehe Martini-Gansl-Essen
 

 

Fas(t)nacht in der Schweiz

Bellinzona und Luzern:
Einmal im Jahr steht sogar die Schweiz Kopf und zwar zur Fastnachtszeit. Gefeiert wird in Bellinzona und Luzern mit schrägen Klängen (Guggenmusik!), skurillen Gestalten und farbenfrohe Umzügen um den Winter zu vertreiben. In Bellinzona regiert zu dieser Zeit der Tessiner Karnevalskönig »Rabadan«. Seine Herrschaft beginnt mit der Übergabe des Stadtschlüssels. Der Höhepunkt des Bellinzona Karnevals ist der Umzug.
Bern:
Seit 1982 wird die "Bärner Fasnacht" am Donnerstag nach Aschermittwoch um 20.00 Uhr beim Käfigturm eröffnet und der Fasnachtsbär befreit, danach ist in Bern der Bär los. Diese traditionelle Fastnachtsgestalt, der Fasnachtsbär, entstand im Mittelalter. Der "Fasnachtsbär" feiert bis in den frühen Sonntagmorgen mit den Bernerinnen und Bernern.
Basel:
Und in Basel gehen am Montag nach Aschermittwoch um Punkt 4.00 Uhr morgens die Lichter aus und die wirklich sehenswerte Basler Fasnacht beginnt mit dem »Morgenstraich«. Einzigartig der Klang von Piccolos und Trommeln.
La Chaux-de-Fonds:
In der durch ihre Uhren bekannte Stadt, findet die Fastnacht im März statt. Großer Umzug mit Guggenmusik, Animationen, Kostümen und Kinderumzug.

 

Karneval in Frankreich

Cournonterral, bei Montpellier:
Hier findet eine Schlacht zwischen Gut und Böse statt. Die Dorfbewohner schützen tags davor ihre Häuserfronten mit PVC-Planen. Der Böse »Paillasse« bewirft den Guten »Blanc« mit Weinhefe. Das Gute siegt über das Böse und im Versöhnungsfest wird der Böse symbolisch verbrannt und der Karneval ist zu Ende.

 

Karneval in Italien

Putignano:
Erstmals wurde in Putignano, im südlichen Apulien, der Karneval im Jahr 1394 erwähnt. Am 26. Dezember 1394 wurden die Reliquien des Heiligen Stefan zum Schutz vor türkischen Einfällen aus dem Küstenort Molfetta in das sichere Putignano überführt. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Karneval seine direkte, religiöse Bedeutung verloren. Am 26. Dezember beginnt der Karneval mit dem Umzug mit aufwendig geschmückten Wagen und kostümierten Gruppen durch die Straßen zur Piazza Plebiscito. 2009 wurde der Karneval zum 615. Mal gefeiert.
Venedig:
© Aniana / pixelio.deIm Februar hat die Lagunenstadt durch seine originellen, einzigartigen Masken und Kostüme einen unvergleichliches Flair. Karnevalsveranstaltungen mit historischen und phantasievollen Kostümen und venezianische Maskenbälle finden statt.
Die Freude der Venezianer am Rollenspiel und an der Verkleidung war der Ursprung dieser Festlichkeiten.
Im 17. und 18. Jahrhundert war die Glanzzeit der prunkvollen Maskenbälle und Feiern.
 
Mehr über Karneval in Venedig (in ital.)
 
Verona:
Seit Jahrhunderten wird am Karnevalsfreitag mit Essen und Trinken gefeiert. Dieser Brauch geht auf die im 15. Jhdt. vorhandene Hungersnot zurück.
Rom, Mailand:
Hier wird gefeiert und getanzt. In Mailand bis zum Samstag nach dem Aschermittwoch.
Ivrea:
Hier fand 2007 der traditionsreiche Karneval zum 200. Mal statt. Die Umzügen finden im Februar durch die historische Altstadt statt. Der absolute Höhepunkt ist die Apfelsinenschlacht »Battaglia delle Arancie«. Junge Männer bewerfen sich mit Apfelsinen um das Ende des Winters einzuläuten. Der Ritus soll ins Mittelalter zurückgehen als ein Feudalherr mit Bohnen als Wurfgeschosse aus dem Ort vertrieben wurde.
Mehr über Karneval in Ivrea (in ital.)
 
Umzüge finden in Putignano (Apulien), Acireale (Sizilien), Sciacca (Sizilien), Viareggio (Toskana) und Fano (Marken) statt.

 

Karneval in Brasilien

Rio de Janeiro: Hier findet die größte Feier der Welt statt. 14 Samba-Organisationen beteiligen sich am Karnevalsumzug. Seit den 80er Jahren findet er im "Sambódromo", einem unter dem Gouverneur Leonel Brizole in Form einer Tribünenavenue errichteten Karnevalsstadion, statt. Davor war der Umzug seit 1953 in der Avenida Presidente Vargas. Eine Jury aus Punktrichtern beurteilt nach einem genau festgelegten Kriterienkatalog Thema, Originalität, Choreographie, Tänzer, Rhythmus, Kostüme und den Umzugswagen. Die Karnevalsparade findet am Sonntag- und Rosenmontagabend ab 19:30 Uhr im Sambódromo, Avenida Marquês de Sapucaí, statt und dauert bis zu 12 Stunden. Die Strecke ist 800m lang und jede Samba-Schule (Escolas) mit den insgesamt rund 4.000 bis 6.000 TänzerInnen benötigen 80 Minuten. Jede Escola hat viele Anhänger, die "Torcedores". 90.000 Zuschauer auf den Tribünen, Millionen am TV und mehr als 750.000 Touristen verfolgen das phantastische Ereignis.
So ein Umzug einer Escola besteht aus einer Gruppe, die mit ihren einheitlichen Kostümen an den Seiten, den "Alas" (Flügeln), tanzt. In der Mitte befinden sich die "Comissão de Frente", eine Art Präsidium und die Solotänzerin "Porta-Estandarte", weiters der Sambasänger und die Musikgruppe.
Einige "Esoclas de Samba": Acadêmicos de Salgueiro, Beija-Flor de Nilópolis, Estácio de Sá, Estação Primeira de Mangueira, Imperatriz Leopoldinense, Império Serrano, Império da Tijuca, Mocidade Independente de Padre Miguel, Portela, Unidos de Vila Isabel. Die Namen der Sambaschulen gehen meist auf jene Stadtteile der Mittelschichten und der umliegenden "Favelas" (Slums) zurück, aus denen die TeilnehmerInnen stammen.
Karnevalsumzüge mit einfachen Bandas finden in Leblon, Copacabana und Ipanema statt. Im Zentrum, in der Avenida Rio Branco, feiern die kleineren Sambaschulen mit Frevo-Orchester und Blocos de Enredo.

 
 

Karneval in Russland

Der Ursprung der mehrtägigen Veranstaltung, der "Butterwoche" (auch: Maslenzia) liegt in heidnischen Traditionen. Hier wird der Winter mit dem Verbrennen einer Strohpuppe, welche den Winter darstellt, symbolisch verabschiedet.
Maslenzia ist dem astrologischen Frühlingsanfang gewidmet. Umzüge, Folkloreauftritte und Blinys (Pfannkuchen) stehen im Mittelpunkt. Foto: Bliny

 

Karneval in Dänemark

Kopenhagen:
Ende Mai/Anfang Juni treffen sich hier Samba-Vereine aus der ganzen Welt. An drei Festtagen finden Workshops, Live Konzerte und Umzüge, in Kopenhagens Fælledparken und seiner großstädtischen Umgebung, statt.
Seit 1982 ist der "Copenhagen Carnival" das gesellschaftlich bedeutendenste kulturelle Ereignis der dänischen Hauptstadt. Der Karnival bietet neben vielen Konzerten auch Tanzperformance aus der ganzen Welt, u. a. Samba, Caporeira und kolumbianischen Tanz.
Es gibt auch viele Veranstaltungen die speziell an Familien mit Kindern gerichtet sind, z.B. Theaterstücke, eine spannende Schatzsuche, Kinder können sich schminken lassen oder an Tanzworkshops (Salsa, Samba oder kolumbianische Volkstänze) teilnehmen.
Die traditionelle Parade des Copenhagen Carnival endet mit einer feurigen Samba-Show und atemberaubenden Kostümen.
Mehr Informationen über:

 

Karneval in Spanien

Cádiz:
Eine der Karnevals-Hochburgen ist Cádiz in Andalusien, Südspanien. Er gilt als drittgrößter der Welt. Karneval wird Ende Februar - Anfang März gefeiert. Als im 17. Jahrhundert in Venedig und Genua die ersten Karnevalsveranstaltungen statt fanden, entschloss sich Cadiz, ebenfalls einen Karneval zu zelebrieren, allerdings in noch größerem Rahmen.
Der spanische Karneval ist eine fantastische Mischung aus andalusischem Flamenco, afrikanischen Rhythmen, Samba und anderen lateinamerikanischen Tänzen und Klängen.
Besonders charakteristisch für Cádiz sind die »Chirigotas«. Maximal 12 Sänger sinden ihre Lieder einstimmig und werden dabei von höchstens zwei Gitarren, einer Pauke und einer Trommel begleitet.
Die Gruppe der dreistimmigen »Coros« gehören bis zu 35 Sänger an und werden von bis zu 10 Musikern mit Gitarren, Lauten und einer Art Bandoline unterstützt.
»Cuartetos« bestehen aus drei bis fünf Personen und die Musik steht zugunsten der Parodie etwas im Hintergrund.
»Comparsos« sind Gruppen von maximal 15 Sängern, die zweistimmig singen und von Pauken, Trompeten und Gitarren begleitet werden.
Solsona (Lleida):
Seit 1971 wird hier erst der Karneval gefeiert. Aufwendig gemachte Pappfiguren mit riesigen Köpfen, den »Gigantes« und den »Cabezudos« prägen hier das Festbild.
Sitges (Katalonien):
Seit über hundert Jahren wird hier der Karneval traditionell mit dem Erscheinen des Königs Carnestoltes eröffnet. Ausgelassen wird gefeiert und der Höhepunkt ist der nächtliche Umzug am Faschingssonntag und der Umzug am Faschingsdienstag. Am Aschermittwoch beendet die Bestattung der Sardine - el entierro de la sardina - die Feier.
Kanaren:
Auf die Kanaren gelangte der Karneval vor allem durch die Rückkehrer aus Kolonien. Zu Zeiten der katholischen Könige wurden in Verkleidungen auf öffentlichen Plätzen Kritik geübt. 1532 verbot König Carlos I Maskeraden jeglicher Art und auch sein Sohn und Nachfolger, Felipe II. setzte diese Verordnung weiter fort. Erst Felipe V. inspiriert durch die venezianischen und genuesischen Kaufleute, die von ihren prunkvollen Maskenbällen berichteten, widerrief das Gesetz.
» La Palma:
Am Rosenmontag wird die Ankunft der Indianos gefeiert, bei welchem die Besagten mit Schiffen anlegen und zu Hunderten - verkleidet als Kolonialherren, begleitet von Papageien und ihren Mulattinnen - durch die Straßen der Stadt ziehen.
» Teneriffa und Gran Canaria:
In Santa Cruz de Tenerife erinnern die in prächtigen, mit Federn geschmückten Kostüme der Karnevalisten sehr an die brasilianischen Sambatänzerinnen und zu den Klängen von Salsa, Samba und Merengue wird ausgelassen getanzt und gefeiert.
Die Murgas sind Gesangsgruppen die satirische Lieder über Politik, gesellschaftliche Ereignisse und das alltägliche Leben vortragen. Höhepunkte des Karnevals auf Teneriffa und Gran Canaria ist die Wahl der Karnevalskönigin. Sie ist bei allen Umzügen dabei, vom Eröffnungskorso bis zum großen Finale.
Prachtvolle Umzüge gibt es in:
  • Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Tenerifa
  • Las Palmas und Maspalomas auf Gran Canaria
  • Santa Cruz de La Palma
  • Arecife
  • Puerto del Carmen
  • Playa Blanca auf Lanzarote
  • Puerto del Rosario und Corralejo auf Fuerteventura
Mehr als 20.000 kostümierte Karnevalsaktivisten nehmen an den ca. fünf Stunden dauerten großen Umzug in Santa Cruz de Tenerif teil.
Weitere Informationen gibt es unter: Karneval auf Las Palmas und Karneval auf Teneriffa.

 

Karneval in Kanada

Die Hauptstadt des Karnevals ist Québec. Die Symbolfigur ist der lustige Schneemann "Bonhomme Carnaval". Sein Erkennungszeichen ist die alte Zipfelmütze der frankophilen Holzfäller und Bauern, die rote "Tuque". Er regiert zehn Tage lang im Februar.

 

Karneval auf Zypern

Karneval wird auf Zypern im Februar gefeiert mit Kostümparaden, Kostümbälle, üppiges Essen und ausgelassene Feiern und am Rosenmontag beginnt die Fastenzeit. "Kreatini" wird die erste Woche, die Woche des Fleisches, genannt. In dieser werden verschiedene zypriotische Fleischspezialitäten serviert. Die zweite Woche ist die "Tyrini-Woche". Hier wird Käse und weitere Milchprodukten den Gästen gereicht. Am Ende der Woche veranstalten viele Dörfer große Feiern und ziehen maskiert und kostümiert durch die Straßen. Am Rosenmontag gibt es ausschließlich vegetarische Kost.
Lemesos ist das Zentrum des zypriotischen Karnevals. Die Veranstaltung beginnt mit dem Einzug des Karnevalskönigs in die Stadt und der Höhepunkt ist eine große Parade in der Innenstadt. Am ersten Sonntag des Karnevals findet eine Kinderkostümparade im Tsirion Athletic Stadion statt.

 

Karneval in der Karibik:

Der karibische Karneval sprüht vor Lebensfreude und Temperament. Er gehört auch zu den farbenfrohsten Karnevals der Welt.
 
Antigua:
"Jumpin’ and Jammin’ Carnival" wird auf dieser Insel der Karneval genannt. Er wird in den Sommermonaten gefeiert.
Bahamas:
Der Karneval beginnt bereits zu Weihnachten und erreicht am Neujahrstag seinen Höhepunkt. Zu einem Wettbewerb treffen sich zahlreiche Junkanoo-Gruppen mit kunterbunten Kostümen und mit einem schillernden Kopfschmuck.
Barbados:
"Crop Over Festival" wird fünf Wochen lang gefeiert. Dadurch bedanken sich die Bewohner der Insel für die im Sommer eingebrachte Zuckerrohr-Ernte.
Cayman Islands:
Anfang Mai wird der "Batabano Carnival" mit Calypso und Socca gefeiert
Curaçao, Puerto Rico:
Bunte Masken aus Papmachée zumeist mit einem bösen, teuflischen Ausdruck beherrschen das Treiben. Am Ende wird der Karneval begraben, in der Hoffnung, dass er im nächsten Jahr wieder aufersteht.
Guadeloupe:
Eine Parade mit prächtig geschmückten Wagen und Karnevalisten mit aufwendigen Kostümen und Kopfschmuck ziehen durch die Straßen. Am Ende dieses Umzuges wird der Karnevals-Gott »Vaval« verbrannt. Gleiches Schicksal erleidet sein Gesinnungsbruder »Momo« auf der Insel Aruba.
Montserrat:
Zur Weihnachtszeit ertönen an diesen Tagen in den Häusern, in den Clubs und auf den Straßen Reggae-, Jazz- und Calypso-Klänge.
Trinidad & Tobago:
Hier findet der zweitgrößte Karneval der Welt statt. Die Vorbereitungen beginnen bereits im Jänner (Januar). Am Rosenmontag und am Faschingsdienstag begegnen ihnen die Jab Jabs (= Teufeln), Burrokeets (= Eseln), Midnight Robbers (= Gaunern) oder auch Moko Jumbies (= Riesen auf Stelzen). Diese Gestalten stammen aus der Kolonialzeit. Die Bevölkerung äffte damals durch extravagante Kostüme die Herrschaft nach.

 

Karneval in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA)

New Orleans:
Der Faschingsdienstag wird in New Orleans »Fat Tuesday« oder auch »Mardi Gras« genannt und ist der Höhepunkt dieser Feier mit Umzügen und Verkleidungen. Ursprung hatte dieser Feiertag in Frankreich um 1700. Die Farben bei diesen Fest stehen für Gerechtigkeit (Violett), Glauben (Grün) und Stärke (Gold).

 

Karneval in Finnland

Vappu ist in Finnland seit dem Mittelalter ein gesetzlicher Feiertag und ist das Fest des Frühlings, der Studenten (seit 1870) und der Arbeiter. Dieser Feiertag ist mit Fasching vergleichbar. Finnische Studenten brachten diesen Brauch erstmalig 1865 von der Universität Lund in Schweden nach Finnland. Seit den 1980er Jahren halten die Vertreter aller Parteien große politische Reden.

 


 

 

 
Titel: © FotografInnen
Fasching: © Gerd Altmann / PIXELIO
Maskenball in Venedig : © Aniana / PIXELIO
Halloween (oben): © B Show / PIXELIO
Halloween (unten): © Markus Dransfeld / PIXELIO
Maske: © Thomas Max Müller / PIXELIO